Abhängigkeiten¶
Genau hier finden Angriffe auf die Software-Lieferkette statt. Das OpenSSF Secure Supply Chain Consumption Framework (S2C2F) bietet ein strukturiertes Reifegradmodell dafür, wie Unternehmen Open-Source-Software nutzen sollten. Bedauerlicherweise ist das S2C2F jedoch beschränkt auf GitHub-Projekte. Daher suchten wir nach vergleichbaren Lösungen für unsere Python-Projekte, die ohne GitHub auskommen.
Wählt eure Abhängigkeiten sorgfältig aus¶
Bevor ihr eine Abhängigkeit hinzufügt, solltet ihr prüfen, ob ihr diese überhaupt benötigt, denn jede Abhängigkeit vergrößert eure Angriffsfläche. Weniger oder kleinere Abhängigkeiten bedeuten weniger Angriffsmöglichkeiten. Wenn ihr eine Abhängigkeit hinzufügt, könnt ihr die Sicherheitslage mithilfe der OpenSSF-Scorecard bewerten:
Eine niedrige Punktzahl gibt euch Aufschluss darüber, wie viel Vertrauen ihr in ein Projekt mit eingeschränkter Sicherheitshygiene setzen solltet.
Gibt es ein Sicherheitskonzept?¶
Idealerweise sollte mit der Abhängigkeit eine SECURITY-Datei o. ä. veröffentlicht worden sein. Diese Datei sollte Informationen enthalten,
wie eine Sicherheitslücke gemeldet werden kann ohne dass sie öffentlich sichtbar wird,
über den Ablauf und den Zeitplan für die Offenlegung der Schwachstelle,
zu Links, z. B. URLs und E-Mails, unter denen Unterstützung angefragt werden kann.
Werden CI-Tests durchgeführt?¶
Bevor Code in Pull- oder Merge-Requests zusammengeführt wird, sollten Tests durchgeführt werden, die dabei helfen, Fehler frühzeitig zu erkennen und die Anzahl der Schwachstellen in einem Projekt zu reduzieren.
Werden Fuzzing-Tools verwendet?¶
Fuzzing oder Fuzz-Testing übergibt unerwartete oder zufällige Daten an euer Programm, um Fehler zu entdecken. Regelmäßiges Fuzzing ist wichtig, um Schwachstellen aufzuspüren, die von anderen ausgenutzt werden können, zumal auch bei einem Angriff Fuzzing genutzt werden kann, um dieselben Schwachstellen zu finden.
Verwendet euer Projekt Fuzzing?
Ist der Name des Repository in der OSS-Fuzz-Projektliste enthalten?
Wird ClusterFuzzLite im Repository eingesetzt?
Sind benutzerdefinierte sprachenspezifische Fuzzing-Funktionen im Repository vorhanden, z. B. mit atheris?
Werden Werkzeuge zur statischen Codeanalyse verwendet?¶
Statische Testverfahren testen den Quellcode, bevor die Anwendung ausgeführt wird. Dies kann verhindern, dass bekannte Fehlerklassen versehentlich in die Codebasis eingeführt werden.
Ist der Quellcode frei von eingecheckten Binärdateien?¶
Generierte ausführbare Dateien im Quellcode-Repository (z. B. Python .pyc Dateien) erhöhen das Risiko, da sie schwer
überprüft werden können, so dass sie veraltet oder böswillig manipuliert sein
können. Diesen Problemen kann mit verifizierten, reproduzierbaren Builds
begegnet werden, deren ausführbare Dateien jedoch nicht wieder im
Quellcode-Repository landen sollten.
Kann bösartigem Code eingeschleust werden?¶
Mit geschützten Git-Zweigen können Regeln für die Übernahme von Änderungen in Standard- und Veröffentlichungszweige definiert werden, z. B. automatisierte statische Code-Analysen mit Ruff, Pysa, Wily und Code-Reviews über sog. Merge requests.
Werden Code-Reviews durchgeführt?¶
Mit Code-Reviews lassen sich unbeabsichtigte Schwachstellen oder das mögliche Einschleusen von bösartigem Code erkennen. Ggf. können so Angriffe aufgespürt werden, bei denen das Konto eines Teammitglieds unterwandert wurde.
Wirken Personen aus mehreren Organisationen mit?¶
Dies wird als Indiz für eine geringere Anzahl von vertrauenswürdigen Code-Reviewers gewertet. Hierfür kann in den Profilen nach unterschiedlichen Einträgen im Feld Unternehmen gesucht werden. Wünschenswert sind mindestens drei verschiedene Unternehmen in den letzten 30 Commits, wobei jedes dieser Teammitglieder mindestens fünf Commits gemacht haben sollte.
Werden Abhängigkeiten deklariert und festgeschrieben?¶
In eurem Projekt sollten Abhängigkeiten, die während des Build- und Release-Prozesses verwendet werden, festgeschrieben werden. Dabei sollte eine gepinnte Abhängigkeit explizit auf einen bestimmten Hash gesetzt sein und nicht nur auf eine veränderbare Version oder einen Versionsbereich.
Spack schreibt für die jeweilige Umgebung diese Hashes in spack.lock, uv in uv.lock file fest.
Tip
Üblicherweise verwalte ich diese Dateien jedoch nur bei
Apps in Git. Bei
Libraries schränke ich üblicherweise lediglich den
Versionsbereich der Abhängigkeiten in der pyproject.toml-Datei ein.
Für Apps können sich dadurch die folgenden Sicherheitsrisiken verringern:
Die Prüfung und Bereitstellung erfolgt mit derselben Software, was die Risiken beim Deployment verringert, die Fehlersuche vereinfacht und Reproduzierbarkeit ermöglicht.
Kompromittierte Abhängigkeiten untergraben nicht die Sicherheit des Projekts.
Substitutionsangriffe, also Angriffe, die auf die Verwechslung von Abhängigkeiten abzielen, kann so entgegengewirkt werden.
Das Festschreiben der Abhängigkeiten sollte jedoch Software-Updates nicht verhindern. Ihr könnt dieses Risiko verringern durch
automatisierte Werkzeuge, die euch benachrichtigen, wenn Abhängigkeiten in eurem Projekt veraltet sind
Anwendungen, die Abhängigkeiten festhalten, schnell aktualisieren.
Schreibt die Abhängigkeiten fest¶
Warning
Wenn ihr eine Bibliothek auf PyPI veröffentlicht, solltet ihr im
dependencies-Abschnitt eurer pyproject.toml-Datei möglichst
breite Versionsbereiche verwenden, um Konflikte zu vermeiden, wenn andere
eure Bibliothek zusammen mit weiteren Bibliotheken installieren wollen. Die
Hinweise in diesem Abschnitt gelten ausschließlich für die Bereitstellung von
Anwendungen.
Denkt euch folgendes Szenario: uv add schreibt in eure
pyproject.toml-Datei die ungefähre Version eurer Abhängigkeit,
z. B. "MYDEP>=3.0.5". Wenn das Projekt neu
aufgesetzt wird, kann uv sync dazu führen, dass MYDEP in der
Version 3.0.6 installiert wird. So könnte unbemerkt eine bösartige Version
heruntergeladen werden ohne dass auch nur eine einzige Zeile Code geändert
wurde.
Eine festgelegte Version "MYDEP==3.0.5" ist besser, da wir zumindest
keine neuere Version als die getestete im Projekt erhalten. Dennoch erhaltet ihr
somit immer noch keine Integritätsprüfung: Sollte bei einem Angriff das Konto
des Maintainer kompromittiert werden und ein neues, mit einer Hintertür
versehenes Release für dieselbe Version, aber für eine andere Plattform
veröffentlicht werden, könnte auch dieses unwissentlich installiert werden. Um
dieses Angriffsszenario zu reduzieren, sind zukünftig auf PyPI nur noch
Releases für eine Version innerhalb von 14 Tagen erlaubt.
Hash-Pinning ist sicherer – es erstellt einen kryptografischen Fingerabdruck der
Paketdatei, der mit uv in der uv.lock-Datei festgeschrieben
wird. Alternativ könnt ihr auch pip-compile --generate-hashes der pip-tools verwenden:
$ python -m pip install pip-tools
$ pip-compile --generate-hashes pyproject.toml -o requirements.txt
See also
Ihr solltet jedoch nicht nur für eure Python-Abhängigkeiten Hash-Pinning verwenden, sondern z. B. auch für eure pre-commit Checks und GitHub Actions.
Hash-Pinning schützt jedoch nicht davor, ein schädliches Paket zum ersten Mal zu installieren; in diesem Fall würdet ihr nur den Hash des schädlichen Pakets festlegen. Daher solltet ihr das Hash-Pinning mit Schwachstellen-Scans und verzögerter Übernahme kombinieren.
See also
Aktualisiert die Abhängigkeiten automatisch¶
Abhängigkeiten sollten regelmäßig aktualisiert werden, um Schwachstellen zu vermeiden, Inkompatibilitäten zwischen Abhängigkeiten einzuschränken und komplexe Upgrades zu vermeiden, wenn von einer zu alten Version aktualisiert wird. Eine Vielzahl von Werkzeugen kann dabei helfen, auf dem neuesten Stand zu bleiben.
Veraltete Abhängigkeiten machen ein Projekt anfällig für Angriffe auf bekannte
Schwachstellen. Daher sollte die Aktualisierung von Abhängigkeiten automatisiert
werden, indem nach veralteten Anforderungen gesucht wird und diese ggf. aktualisiert werden. Mit prek
könnt ihr regelmäßig eure uv.lock-Datei aktualisieren:
- repo: https://github.com/astral-sh/uv-pre-commit
rev: 6a280ba12b7901e47757c868c8c13c6a624c9ecb # 0.11.7
hooks:
- id: uv-lock
args: ["--exclude-newer = 'P3D'", "--quiet"]
--exclude-newerDependency Cooldown, das Pakete ausschließt, die erst seit einigen Tagen, mit
P3Derst seit drei Tagen, auf PyPI veröffentlicht sind. Dies gibt den PyPI-Administrator*innen die Möglichkeit, in dieser Zeit auf Malware zu reagieren.
See also
Alternativ könnt ihr euch auch von ../envs/uv/renovate unterstützen lassen.
Schwachstellen-Scans¶
Dependency Pinning verhindert unbefugte Änderungen – doch was passiert, wenn
ihr eine Version festgeschrieben habt, die eine bekannte Sicherheitslücke
aufweist? Forschende entdecken immer wieder neue CVEs in Paketen. Ein Paket, das gestern noch
problemlos war, könnte heute schon eine kritische Sicherheitslücke aufweisen.
Offene Sicherheitslücken in euren Abhängigkeiten können leicht ausgenutzt
werden, und sie sollten daher so schnell wie möglich geschlossen werden. Hierfür
könnt ihr uv audit verwenden und überprüfen, ob euer Projekt bekannte
Sicherheitslücken in den Abhängigkeiten aufweist:
$ uv audit
warning: `uv audit` is experimental and may change without warning. Pass `--preview-features audit-command` to disable this warning.
Resolved 115 packages in 16ms
Found 12 known vulnerabilities and no adverse project statuses in 114 packages
Vulnerabilities:
idna 3.12 has 1 known vulnerability:
- GHSA-65pc-fj4g-8rjx: Internationalized Domain Names in Applications (IDNA): Specially crafted inputs to idna.encode() can bypass CVE-2024-3651 fix
Fixed in: 3.15
Advisory information: https://github.com/kjd/idna/security/advisories/GHSA-65pc-fj4g-8rjx
…
uv add, uv sync usw. können nun bei jedem
Synchronisierungsvorgang nach zuvor identifizierter Malware suchen. Diese
Funktion ist standardmäßig nicht aktiviert, sie kann jedoch mit
UV_MALWARE_CHECK=1 in der Shell einfach ermöglicht werden.
See also
Wenn in einer Abhängigkeit eine Schwachstelle gefunden wird, solltet ihr auf eine nicht-anfällige Version aktualisieren; wenn kein Update verfügbar ist, solltet ihr überlegen, die Abhängigkeit zu entfernen.
Wenn ihr glaubt, dass die Sicherheitslücke euer Projekt nicht betrifft, kann für
uv audit in der pyproject.toml-Datei Ausnahmen definiert werden,
z.B.:
[tool.uv.audit]
ignore = ["PYSEC-2022-43017", "GHSA-5239-wwwm-4pmq"]
oder besser:
[tool.uv.audit]
ignore-until-fixed = ["PYSEC-2022-43017"]
See also
Ihr könnt die Schwachstellen-Analyse mit uv-audit auch in eure prek-Checks übernehmen:
- repo: https://github.com/astral-sh/uv-pre-commit
rev: d9fca3320346514799461a80b0753eb45d707d46 # 0.11.28
hooks:
- id: uv-audit
files: ^(uv\.lock|pyproject\.toml)$
Sicherheitsprüfungen sollten automatisiert durchgeführt werden. Hierzu könnt ihr
uv audit z. B. in einer GitHub Action verwenden:
name: Security Scan
jobs:
security:
runs-on: ubuntu-latest
steps:
- uses: actions/checkout@9c091bb21b7c1c1d1991bb908d89e4e9dddfe3e0 # v7.0.0
- uses: astral-sh/setup-uv@08807647e7069bb48b6ef5acd8ec9567f424441b # v8.1.0
- run: uv audit
oder in einer GitLb CI/CD-Pipeline:
security-scan:
image: ghcr.io/astral-sh/uv:python3.14
script:
- uv audit
Alternativ zu uv audit könnt ihr hierfür auch osv oder pip-audit verwenden. Es gibt auch eine
entsprechende GitHub-Action: pypa/gh-action-pip-audit.
Vermeidet Abhängigkeitskonflikte¶
Abhängigkeitskonflikte können durch die Art und Weise entstehen, wie Paketmanager Namen auflösen, wenn sowohl öffentliche als auch private Paketverzeichnisse verwendet werden. Ein bösartiges Paket, das auf PyPI veröffentlicht wurde und denselben Namen wie euer internes Paket trägt, kann vom Build-System stattdessen installiert werden. Bei pip funktioniert der Angriff wie folgt:
Beim Aufruf von
python -m pip install --extra-index-url https://EXAPMPLE.COM/simple MYPACKAGEo. ä. würdet ihr vermutlich erwarten, dassMYPACKAGEvon eurem Indexhttps://EXAPMPLE.COM/simplegeladen würde.pipschaut jedoch in allen Indexen nach und wählt die höchste Version aus.Liegt also auf PyPI eine höhere Version von
MYPACKAGEmit bösartigem Code, wird diese installiert.
Mit --index-url für einen einzelnen Index könnt ihr dieses Problem umgehen.
Dabei geht pip davon aus, dass euer interner Index als Proxy für den
öffentlichen PyPI fungiert; falls er jedoch nur interne Pakete hostet,
könnt ihr ihn zunächst als PyPI-Proxy konfigurieren:
[install]
index-url = https://EXAPMPLE.COM/simple
trusted-host = EXAPMPLE.COM
SBOMs können dabei helfen, potenzielle Namenskonflikte aufzudecken, indem sie eine Bestandsliste zur Überprüfung bereitstellen; es handelt sich dabei jedoch um nachträgliche Kontrollmaßnahmen – sie zeigen euch also erst im Nachhinein, was ihr installiert habt.
uv verwendet hingegen üblicherweise die first-index-Strategie, nimmt
also den erstgenannten Index, in dem ein Paket gefunden wird. Dadurch werden die
oben beschriebenen Abhängigkeitskonflikte vermieden:
1[[tool.uv.index]]
2name = "internal"
3url = "https://EXAPMPLE.COM/simple"
4explicit = true
5
6[tool.uv.sources]
7mypackage = { index = "internal" }
- Zeile 4:
Diesen Index wird nur für explizit angeheftete Pakete verwendet.
See also
Überprüft Package Attestations¶
PyPI Package Attestations liefern mithilfe von Sigstore einen kryptografischen Nachweis über die Herkunft eines Pakets gemäß PEP 740. Seit gh-action-pypi-publish v1.11.0 werden die Bescheinigungen auch automatisch generiert. Bis Ende 2025 nutzten mehr als 50-Tsd. Projekte Trusted Publishing, und 17 % der Uploads enthielten Attestations. Trusted Publishing wurde zudem auf Organisationen und selbstverwaltete GitLab-Instanzen ausgeweitet.
PEP 740 definiert neben Package Attestations auch SLSA-Provenance-Attestations. Für Anwendungsfälle außerhalb von PyPI kann actions/attest diese SLSA-Provenienz- und SBOM-Bescheinigungen für jedes Artefakt generieren.
Im Fall des Angriffs auf Ultralytics hätte mit den Attestations erkannt werden können, welche Versionen aus einem kompromittierten Workflow stammten und welche legitim waren – ganz ohne manuelle forensische Analyse. Die Transparency-Logs von Sigstore bieten einen unabhängigen Prüfpfad mit exakten Zeitstempeln und Angaben zur Herkunft jedes veröffentlichten Artefakts.
Fügt zeitbasierte Abwehrmaßnahmen hinzu¶
Wenn ein bösartiges Paket auf PyPI veröffentlicht wird, ist es sofort weltweit verfügbar. Die Erkennungszeiten variieren – manche Angriffe werden innerhalb weniger Stunden entdeckt, während andere wochen- oder monatelang unbemerkt bleiben. 2025 gab es über 2.000 Malware-Meldungen, wovon 66 % innerhalb von vier Stunden bearbeitet wurden.
Mit dem Abwarten vor der Verwendung neu veröffentlichter Pakete erhaltet ihr zwar keine Garantie, aber das Risiko wird vermindert, da die Community vermutlich innerhalb kurzer Zeit offensichtliche Bedrohungen aufdeckt.
Moderne Paketmanager unterstützen zeitbasierte Filterung. uv verfügt
über die Option --exclude-newer, und pip ≥ v26 hat die Option
--uploaded-prior-to mit demselben Zweck eingeführt wobei beide sich gemäß
PEP 700 auf Metadaten zur Upload-Zeit stützen.
Verwendet interne Paket-Repositories in euren Organisationen¶
In kleineren Organisationen kann ein einfacher Spiegel des PyPI, der Pakete um eine Woche verzögert bereitstellt, bereits das Sicherheitsrisiko für die Organisation vermindern. Ihr solltet dann jedoch darauf achten, dass ihr für kritische Sicherheits-Patches die Verzögerung aufheben könnt. Sofern ihr in eurer Organisation interne Paket-Repositories verwendet, könnt ihr darüberhinaus noch weitere Sicherheitsmaßnahmen treffen:
Automatisierte Security-Scans der Pakete
Automatisiertes Bauen der Pakete mit Trusted Publishing und SLSA-Provenienz
Reagiert schnell, wenn ihr ein schädliches Paket entdeckt¶
Wenn ihr ein kompromittiertes Paket bei euch entdeckt, könnt ihr mit schnellem Handeln häufig größeren Schaden vermeiden.
Isoliert das Paket unverzüglich
Stoppt alle Deployments, die diese Abhängigkeit nutzen, und sperrt die Paketversion in eurem internen Mirror, falls ihr einen solchen betreibt. Ziel ist es, weitere Installationen zu verhindern, während ihr die Ursache weiter untersuchen könnt.
Bewertet den Schaden
Überprüft anhand von Logs und Prozessdaten, ob der Schadcode ausgeführt wurde. Ermittelt, auf welche vertraulichen Daten das Paket möglicherweise zugegriffen hat: Umgebungsvariablen, Anmeldedaten, Cloud-Token etc.. Nutzt eure SBOM, um alle betroffenen Projekte bei euch im Unternehmen zu identifizieren.
Begrenzt den Schaden
Ändert alle Anmeldedaten, auf die das Paket möglicherweise zugegriffen hat: API-Schlüssel, Datenbankpasswörter, Cloud-Anmeldedaten. Scannt Systeme auf Anzeichen einer Kompromittierung und überprüft ausgehende Netzwerkverbindungen auf Anzeichen von Datenexfiltration.
Entfernt die Abhängigkeit vollständig
Fixiert eine bekanntermaßen fehlerfreie Version und entfernt die Abhängigkeit vollständig. Führt
pip-auditaus, um sicherzustellen, dass keine weiteren Schwachstellen eingeführt wurden. Aktualisiert anschließend eure Lockfiles mit der korrigierten Version.Meldet das schädliche Paket
Über PyPI’s security reporting system könnt ihr das schädliche Paket melden. Benachrichtigt auch Verantwortliche eurer Organisation und potenziell betroffene Kunden. Dokumentiert den Vorfall: Was ist passiert? Wie wurde das Paket entdeckt? Welche Änderungen habt ihr vorgenommen, um eine Wiederholung zu verhindern?
Überprüft, ob eure Abhängigkeiten noch gewartet werden?¶
Es sollte regelmäßig überprüft werden, ob eine Abhängigkeit archiviert wurde. Die Checks der OSSF-Scorecard sind jedoch nur erfolgreich, wenn das Projekt älter als 90 Tage ist. Ein Mangel an aktiver Wartung ist jedoch nicht unbedingt immer ein Problem: insbesondere kleinere Dienstprogramme müssen normalerweise nur sehr selten gewartet werden. Fehlende aktive Wartung weist euch also nur darauf hin, dass ihr die Situation genauer untersuchen solltet.
Mit pypi-changes gibt es ein CLI-Tool, das die für einem Python-Interpreter installierten Pakete überprüft und mit den neuesten Versionen auf PyPI vergleicht. Es zeigt an, welche Pakete veraltet sind, wie lange die Veröffentlichung der jeweiligen Version zurückliegt, und hebt wichtige Versionssprünge hervor, damit ihr fundierte Entscheidungen bezüglich Upgrades treffen können, z. B.:
Alternativ könnt ihr euch auch die PyPI-Versionen eines Projekts mit Badges anzeigen lassen, z. B.:
+---------------+-------------------------------------------------------+
| Paketname | aktuelle PyPI-Version |
+===============+=======================================================+
| pypi-simple | .. image:: https://img.shields.io/pypi/v/pypi-simple |
| | :alt: PyPI Version |
| | :target: https://pypi.org/project/pypi-simple |
+---------------+-------------------------------------------------------+
| mdurl | .. image:: https://img.shields.io/pypi/v/mdurl |
| | :alt: PyPI Version |
| | :target: https://pypi.org/project/mdurl |
+---------------+-------------------------------------------------------+
See also